Die Bilderwelt von Uly Paya in der Vienna Art Gallery




.......Träume sind der unbeeinflusste Spiegel Deiner Selbst........

Ich beschäftige mich fast täglich seit etwa 1990 mit meinen Träumen.
Viele Träume zeigen mir nicht nur eine spannende, metaphorische
Bilderwelt, sie machen durch ihre Symbolhaftigkeit vieles am Menschsein deutlich.
Hier ein paar Auszüge aus meiner Traumarbeit. (U.P.)

Das Raumschiff

11.1991

Ich sah ein gewaltiges Gebäude, welches eine unvorstellbare Größe besessen haben mußte. Denn obwohl mir die Sicht zu diesem Objekt durch eine Gruppe von hochgewachsenen Bäumen versperrt war, vermittelte es eine ungeheure Macht. Noch war ich alleine, auf meinem Weg zu diesem Gebäude. Noch nie zuvor war mein Verstand auf Derartiges gestoßen. Jenes nicht in Worte faßbare Ding, es hätten wohl Hunderte von Pyramiden darin Platz gehabt, nahm mich auf. So unbedeutend meine Masse im Vergleich war, meine Gedanken waren nicht gelähmt, nein, sie brachten sogar Verständnis für dieses eigentlich Unmögliche auf. Noch immer war ich alleine, und ich bewegte mich entlang eigenartigen Gängen. Die Wände hatten eine grau metallene Farbe und sie waren nicht glatt, sondern hatten ungleichförmige Verstrebungen. Plötzlich war ich nicht mehr alleine. Ich weiß nicht, wer mich nun begleitete, aber deutlich konnte ich Umrisse wahrnehmen. Langsam wurden meine Bewegungen schneller, denn ich suchte etwas bestimmtes, d.h. ich mußte mich mit jemandem treffen und schien die Orientierung verloren zu haben. Zimmer 412, ich hatte es betreten, sah aber nichts und wendete mich dem nächsten zu. Zimmer 760 war dann an der Reihe und danach Zimmer 410. Die Hektik blieb, denn ich schien auch in Zimmer 411 nichts gefunden zu haben. Die Nummern kamen mir komisch vor. Die Systematik in diesem Komplex beruhte auf keiner Logik. Ich setzte meinen Weg fort, der mich durch unzählige Gänge und vieleckige Räume führte, in denen undefinierbare technische Geräte standen. Meine Begleitung mit mir. Meine Verabredung schien an meinem Gehirn zu klopfen und zu fragen, wo ich bliebe. Ich wurde nervös. Nun spürte ich irgendeine Bedrohung und blickte zurück. Ich sah irgendwelche Gestalten, die nach mir griffen und ab diesem Moment flüchtete ich vor ihnen, auch meine Begleitung. Die Türen oder Schleusen öffneten sich nicht sofort, doch immer rechzeitig, bevor meine Verfolger mich hätten greifen können. Eigentlich hatte ich gar keine Angst. Vielleicht faszinierte mich einfach diese Umgebung hier, welche durch und durch fremd für mich war, irgendwie machterfüllt. Die letzten Fluchtwege ließ ich sehr schnell hinter mir. Einmal waren riesige Glasfenster da, aber nicht durchsichtig, sondern sie leuchteten in einem Gelbton. Türen schlossen sich hinter mir, und meinem Begleiter. Erst jetzt klärte sich mein Blick. Nun sah ich mehr als einen Umriß. Es war eine Frau, nämlich jene, die ich die ganze Zeit suchte. Sie war immer bei mir? Sie war die ganze Zeit diese Begleitung? Nun spazierten wir nebeneinander und mich umgab ein Wohlsein. Alles war nun ruhig geworden. Keine Žngste konnten von Außen her auf mich übergreifen. Ich blickte in ein zufriedenes Gesicht. Den letzten Eindruck, den ich hatte, zeigte wieder dieses gewaltige Gebäude, welches sich aber diesmal hinter der Baumgruppe langsam emporhob.
Anm: Wohl einer von den wichtigsten Träume. Er zeigt die klassische Suche nach mir selbst. Ich hatte ja mich (in Gestalt dieser Frau) gesucht und dann auch gefunden. Dann entschwebte das Raumschiff wieder in den Tiefen des Unbewußten.

Das Verschwinden der Welt

2.11.1991

Entspannt lag ich auf der Seitenplanke eines Bootes und starrte hinaus aufs Meer. Doch blieb es nicht bei dem Blick auf diese blaue Himmels- und Meeresfläche. Plötzlich sah ich Bilder dieser Welt auftauchen. Städte mit den Konturen der Häuser zeigten sich, sowie Brücken im Nebel und der sie durchdringenden Sonnenstrahlen. Mit einem Mal war die Bedrohung da. Ich spürte sie oder wußte um sie und mein Körper begann, immer heftiger darauf zu reagieren. Mein ganzer Leib schien zu beben, jede Zelle war in Bewegung geraten. Ich fühlte die bedrohliche Macht stärker werden. Ich registrierte zwar das aufpeitschende Wasser, war aber damit beschäftigt, irgendwo Halt zu finden, denn das Boot schwankte unaufhörlich. Dann sah ich das Boot von einer anderen Stelle aus. Hinter ihm stieg etwas Großes, Gewaltiges auf. Es war nicht nur eine gigantische Welle, sie bewegte sich, als wäre sie von einer unheilvollen Macht erfüllt. Diese Welle schien nicht nur bloß nach dem nur mehr als Punkt erkennbaren Boot greifen zu wollen, sondern sie drängte alles in ihre Gewalt. Wie leicht viel es mir zu schwimmen. Ich kam nicht außer Atem oder konnte wegen Erschöpfung nicht weiter. Zu meiner Rechten sah ich eine Küste mit einem Sandstrand und dichtem Wald. Nur zwei oder drei weitere Menschen erkannte ich, die sich einige hundert Meter im Wassser weiterbewegten. Sonst schwammen nur irgendwelche Holzteile im Wasser. Irgendwann erreichte ich diese Insel, sie war sehr klein und auf ihr standen Personen herum. Sie alle hatten sich hier eingefunden und ich wußte, es waren ganz bestimmte Menschen. Das Gefühl stieg in mir hoch, daß es gar keine anderen Menschen hier geben durfte, als genau jene, die ich dort stehen sah. Die Bedrohung spürte ich längst nicht mehr, sie war vorüber und Ruhe war eingekehrt. Auch die Menschen bewegten sich kaum, und es drang kein Laut über ihre Lippen. Mir fiel dann auch auf, daß keiner dieser Menschen irgendetwas in den Händen hielt. Keiner besaß etwas, außer ihren Kleidern und ich sah, daß sie anfingen, sich dieser zu entledigen. Bald zeigten sich alle Menschen nackt, selbst als alle sich in den Wald begaben. Ich selber trug auch nichts mehr am Leibe. Einzelne Bäume mit einer Vielzahl an Früchten wuchsen auf dieser Insel. Die Menschen aßen davon. Wie ich das Boot von Weitem gesehen hatte und später dann die Umrisse dieser Insel, sah ich nun die gesamte Erde. Ihre Oberfläche bestand nun überall aus Wasser. Plötzlich fühlte ich Kummer und Schmerz, denn von all den Erinnerungen an eine Welt schien keine mehr geblieben zu sein. Als ich jedoch jene kleine Insel in diesem Meer erblickte, auf der ich mich selbst befand, kehrte in mir Ruhe ein. Vielleicht war durch das Geschehen ein Nichts entstanden, und nur diese kleine Insel stellte darin einen neuen Keim dar, der bald wieder wachsen sollte...........
Anm: Von der Kraft der Natur in den Kosmos geschleudert finde ich eine Insel, wo der Zustand wie im Paradies herrscht. Ich fange sozusagen in meiner Welt bei null an.

Goldglanzgestalten

29.9.1992

Ich betrete ein Kellergewölbe. Nach einigen Metern zeigen sich zwei Gestalten. Das Gewölbe ist grau-schwarz. Obwohl die Gestalten eine außerordentlich starke Ausstrahlung besitzen, stärker als jeder Lichtschimmer in dunkelster Nacht, empfinde ich keine Angstgefühle. Ihr Körperhaut ist ein goldenes 'Element' mit spiegelnder Oberfläche. Als sie sich bewegen, sehe ich deutlich, wie sich ihre Körper dehnen lassen, also ihre Glieder etwas länger werden oder der Hals sich um ein Doppeltes verlängert. Die Augen sind in einer Vertiefung am ovalförmigen Kopfe, der jedoch etwas kleiner zu sein scheint. Die Zwei bewegen sich und das ergibt ein berauschendes Schauspiel, welches v.a. die Harmonie der Körper vermittelt, in der sie geschaffen sind. Es ist vielleicht der einzigartige Anblick dieser Gestalten, welches das Nennens- und Bewundernswerte ist. Ich empfinde keinerlei Form von Neid, eher ein Gefühl der Zugehörigkeit, ein Liebesgefühl. Ihr Hals ist etwas länger als der eines Menschen. Ihre Leiber kann ich nicht erkennen, sie sind von einer weißfarbenen Bekleidung bedeckt. Sie hat schlichte Struktur. Nun gehe ich mit ihnen mit, und wir befinden uns mit einem Male in einer bizarren Landschaft. Wir wechseln keine Worte miteinander, aber wir sprechen trotzdem in jedem Moment unseres Beisammenseins. Jedenfalls nehme ich die Worte nicht mittels meines Gehörs wahr. Wir verweilen nun auf einer Plattform, wahrscheinlich aus grauem Beton. Diese erhebt sich innerhalb einer Stadt empor, ähnlich einer Terrasse auf einem Wolkenkratzer. Die Stadt zeigt sich in eigenartig geformten Gebilden. Die Gebäude sind futuristisch, so wie jene in Science-Fiction Filmen, aber durchaus sinnvoll angelegt. Die Unterhaltung dauert an und, wenn auch nur erahnend, scheine ich all die Erklärungen dieser zwei Goldglanzwesen mit Verständnis aufzunehmen. Dunkel erscheint mir noch der Abschied vor dem Kellergewölbe.
Anm: Auch heute zeigen sich noch sehr deutlich diese zwei Figuren, die Konturen und die Farbe ihrer so wundervoll glänzenden Gesichter. Sie sind Botschafter des Unbewußten, das eine eigene, mitunter schöne Welt ist.

Pipeline

1999

Ich bewege mich durch einen subtropischen Regenwald durch sein Dickicht hindurch und stosse auf einen Fluss. Tatsächlich ist es grosser Strom, der ruhig vor mir vorbeifliesst. Seine Farbe ist rotbraun und angenehm kräftig. Sodann besteige ich ein dort auf mich wartendes Floss zusammen mit einem Mann. Er ist älter als ich und ein sehr guter Freund meines Vaters. Wir fahren den Strom hinab und transportieren etwas ganz Grosses auf diesem Floss. Bald kommen ein paar kleine Stromschnellen und wir weichen einem grossen Felsbrocken aus, der inmitten des Flusses plötzlich herausragt. Dann fahren wir weiter. Plöztlich sehe ich in der Ferne die Umrisse einer riesigen Stadt, die durch die Luftfeuchtigkeit undeutlich wird. Gleichzeitig sehe ich, wie ich auf einen riesigen Wasserfall hinzusteuere und in diesem Moment wird mir die Aufgabe klar, die hier an mich gestellt wird. Ich drehe mich um und betrachte ein riesiges S-förmiges Stück Rohr, dass auf dem Floss liegt. Der Durchmesser des Rohres beträgt mehrere Meter. Meine Aufgabe ist es, dieses Rohrstück so in den Wasserfall zu montieren, dass der gesamte Strom durch das Rohr fliessen kann! Dann bewege ich mich in der Nähe des Wasserfalles durch den Wald und komme in eine Hütte, wo ich einen Krokodilschädelknochen finde....am Ende verlasse ich das Haus und verschwinde mit einer Frau in den Wald.
Anm: Einer meiner wichtigsten Träume. Er zeigt, wie wichtig das Kanalisieren zu lernen im Leben ist.

Der Sprung

7.2.2002

Ich stehe am Felsen oben meinen Eltern und mit Freunden meiner Eltern. Wir blicken auf den Krater, den die Felsen umschließen, wo ein schöner, kleiner See liegt. Ein paar Schritte und wir befinden uns auf der Plattform, über welche ein kleiner Wasserfall in den See fließt. Ich stelle mich zum Rand, bekomme noch den Rat, nicht an den Wänden der Klippen anzukommen. Überlege, ob ich springen soll. Dann springe ich......... Ich tauche ein, tiefer und tiefer......leicht.......drehe mich um.... und sehe alle Farben der Welt leuchten an der Oberfläche. Es ist phantastisch. Ich überlege, ob ich genug Atemluft habe, um auftauchen zu können. Ich schwimme der Wasseroberfläche entgegen................
Anm: Zu dieser Zeit hatte ich das Bedürfnis, meiner Intuition zu vertrauen und in sie hineinfallen zu lassen.

Die Bienenwand

8.3.1995

Ich gehe in einer grünen Landschaft spazieren, einen Hügel hoch, und sehe plötzlich eine Wand vor mir. Ich nähere mich ihr und bemerke, dass sie aus Millionen von Bienen besteht. Die Bienen bewegen sich alle. Sofort bemerke ich, dass ich auf Millionen von Bienen stehe, die allesamt einen coconähnlichen Körper aufweisen. Der ganze Hügel besteht aus Bienen.
Anm: Bienen haben eine äusserst positive Bedeutung. Ich stehe wohl auf sozial gesundem Boden.y

Unterseeboot

10.1.1994

Ich steige in ein Unterseeboot ein. Die Luken werden geschlossen, und es beginnt die Fahrt. Das Boot schwebt durch eine weite Landschaft, eine almähnliche. Dann überprüfe ich das Boot auf seine Dichtheit und stelle fest, dass es völlig dicht ist. Ich habe nämlich grosse Angst vor einen Wassereinbruch. Es würde auch meinen Tod bedeuten, das weiss ich. Die Fahrt durch eine lyrische, mich beruhigende Landschaft geht schier endlos weiter. Das Boot zieht Schleifen. Ein komischer Fisch taucht vor der runden, tableaugrossen Glasluke auf, durch welche ich alles beobachte. Zuerst glaube ich, es sei noch jemand anders anwesend, doch dann erkenne ich und bin froh, dass ich dieses Boot lenke.
Anm: Deutet auf meine Reisen ins Unbewußte. Ich erkenne, dass ich sie steuere.